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Themen · Sekundarstufe I & Übergang Oberstufe

Themenübersicht

Pro Thema: kurze didaktische Einordnung, typische Fehlvorstellungen, passende Aufgabenfolgen, Diagnose-Quizzes, Mini-Whiteboard-Fragen für die schnelle Abfrage und verwandte Blog-Beiträge.

Klasse 5–6

1 Thema

Bruchrechnung

Klasse 5–6

Brüche werden meist zu früh als Rechenobjekte behandelt und zu spät als Anteile verstanden. Wer den Bruchstrich nicht als Division liest, addiert irgendwann Zähler und Nenner getrennt. Die Aufgaben hier zielen auf Grundvorstellungen – nicht auf Regelautomatik.

Typische Fehlvorstellungen

  • Zähler und Nenner werden getrennt addiert (a/b + c/d = (a+c)/(b+d)).
  • Kürzen wird mit „Wegstreichen von Summanden" verwechselt – statt mit Faktoren.
  • Größer-/Kleiner-Vergleich nur über den Zähler („3/8 > 1/4, weil 3 > 1").
  • Gemischte Zahl wird als „Plus" geschrieben, aber als Multiplikation gelesen (2½ = 2 + ½, nicht 2 · ½).

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Mini-Whiteboard

  1. Schreibe $\tfrac{17}{5}$ als gemischte Zahl.

    Lösung: $3\tfrac{2}{5}$

  2. Was ist größer: $\tfrac{3}{8}$ oder $\tfrac{1}{3}$?

    Lösung: $\tfrac{3}{8}=\tfrac{9}{24}$, $\tfrac{1}{3}=\tfrac{8}{24}$ – also $\tfrac{3}{8}$.

  3. Berechne $\tfrac{2}{3}+\tfrac{1}{6}$.

    Lösung: $\tfrac{4}{6}+\tfrac{1}{6}=\tfrac{5}{6}$

  4. Kürze $\tfrac{12}{18}$ vollständig.

    Lösung: $\tfrac{12}{18}=\tfrac{2}{3}$ (durch 6)

Klasse 7–8

5 Themen

Negative Zahlen

Klasse 7

Die Erweiterung von $\mathbb{N}$ auf $\mathbb{Z}$ ist der erste echte Bruch mit dem Alltag der Lernenden – Schulden, Temperaturen, Höhen helfen, aber sie tragen nur einen Teil der Strecke. Vorzeichen, Rechenzeichen und Klammerregeln müssen sauber getrennt werden, sonst entstehen die typischen Vorzeichenfehler, die bis ins Abitur durchschleppen.

Typische Fehlvorstellungen

  • Vorzeichen und Rechenzeichen werden zusammengefasst statt unterschieden (–3 als „minus drei" und „die Zahl drei mit Vorzeichen").
  • „Minus mal minus ist plus" wird gelernt, aber nicht verstanden – die Begründung fehlt.
  • Bei Subtraktion mit negativen Zahlen wird das Vorzeichen ignoriert: $5-(-3)=2$.
  • Beim Auflösen von Klammern verschwindet das Vorzeichen vor der Klammer: $-(a+b)=-a+b$.

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Diagnose-Quizzes

Mini-Whiteboard

  1. Berechne $-7-(-4)$.

    Lösung: $-7+4=-3$

  2. Berechne $(-3)\cdot(-5)$.

    Lösung: $15$

  3. Berechne $-2-3\cdot(-4)$.

    Lösung: $-2+12=10$

  4. Berechne $-(5-8)$.

    Lösung: $-(-3)=3$

Algebra – Terme und Klammern

Klasse 7–8

Termumformungen sind kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge: ausmultiplizieren, ausklammern, zusammenfassen. Wer dabei nur Regeln lernt, verliert Vorzeichen. Wer das Distributivgesetz als *eine* Idee versteht, behält sie über Jahre.

Typische Fehlvorstellungen

  • Distributivgesetz wird nur „vorwärts" geübt – Ausklammern wird als andere Operation erlebt.
  • Vor einer Klammer verschwindet das Minus: $-(2x-3)=-2x-3$.
  • Zwischen Faktor und Klammer wird der Term innerhalb der Klammer nicht *vollständig* multipliziert: $3(x+4)=3x+4$.
  • Variablen und Zahlen werden zusammengezählt: $3+2x=5x$.

Aufgabenfolgen

Mini-Whiteboard

  1. Multipliziere aus: $4(2x-5)$.

    Lösung: $8x-20$

  2. Vereinfache: $-(3a-7)+2a$.

    Lösung: $-3a+7+2a=-a+7$

  3. Klammere aus: $12x-18$.

    Lösung: $6(2x-3)$

  4. Vereinfache: $5x-(2x-4)$.

    Lösung: $5x-2x+4=3x+4$

Lineare Gleichungen

Klasse 7–8

Eine lineare Gleichung lösen heißt: die Variable durch *Äquivalenzumformungen* isolieren. Schüler, die Gleichungen wie „Rätsel" angehen, suchen Tricks; Schüler, die Umformungen als Operationen auf *beiden Seiten gleich* sehen, lösen systematisch.

Typische Fehlvorstellungen

  • Es wird nur auf einer Seite umgeformt („Ich bringe die 3 rüber").
  • Beim Multiplizieren/Dividieren mit negativer Zahl wird das Vorzeichen vergessen.
  • Wenn die Variable beidseitig steht, wird sie nicht *zuerst* auf eine Seite gebracht.
  • $3x=12$ wird mit $-3$ statt $:3$ gelöst – die Operation passt nicht zur Beziehung.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Löse $2x+5=17$.

    Lösung: $2x=12$, $x=6$

  2. Löse $4x-3=2x+9$.

    Lösung: $2x=12$, $x=6$

  3. Löse $3(x-2)=12$.

    Lösung: $x-2=4$, $x=6$

  4. Löse $-2x+7=1$.

    Lösung: $-2x=-6$, $x=3$

Verwandte Didaktik-Beiträge

Prozentrechnung

Klasse 7–8

Prozent ist nur ein anderes Wort für „Hundertstel". Wer sich darauf stützt, braucht keinen Dreisatz auswendig zu lernen – die Beziehung zwischen Grundwert, Prozentwert und Prozentsatz fällt aus der Definition. Der Vermehrungsfaktor schlägt dann später die Brücke zu exponentiellem Wachstum.

Typische Fehlvorstellungen

  • „20 % mehr und dann 20 % weniger ist wieder gleich." – Stimmt nicht (Vermehrungsfaktor 1,2 · 0,8 = 0,96).
  • Prozentwert und Prozentsatz werden verwechselt („Wovon?" wird nicht gefragt).
  • Bei einer Erhöhung um 25 % wird $\cdot 0{,}25$ gerechnet statt $\cdot 1{,}25$.
  • Bei einer Reduktion „auf 80 %" wird mit „minus 80 %" verwechselt.

Aufgabenfolgen

Mini-Whiteboard

  1. Ein Pullover kostet 60 €, wird um 25 % reduziert. Neuer Preis?

    Lösung: $60\cdot 0{,}75 = 45$ €

  2. Nach einer Erhöhung um 8 % kostet ein Ticket 27 €. Wie teuer war es vorher?

    Lösung: $27 : 1{,}08 = 25$ €

  3. Von 250 Schülern fehlen 15. Wie viel Prozent sind das?

    Lösung: $15 : 250 = 0{,}06 = 6$ %

  4. Welcher Faktor entspricht einer Reduktion um 12 %?

    Lösung: $0{,}88$

Stochastik – Daten und Zufall

Klasse 7–8

Beschreibende Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung haben einen gemeinsamen Kern: Aussagen über Daten oder über Zufallsexperimente *quantifizieren*. Lernende verlieren sich oft in Verfahren (Median berechnen, Pfade zeichnen), ohne zu wissen, *was* die Zahl eigentlich aussagt.

Typische Fehlvorstellungen

  • Mittelwert und Median werden synonym verwendet; der Effekt von Ausreißern bleibt unsichtbar.
  • „Bei 100 Würfen kommt 50 × Zahl" – Erwartungswert wird als Garantie missverstanden.
  • Wahrscheinlichkeit wird als „Häufigkeit dieses einen Versuchs" gelesen, nicht als Modell.
  • „Gleichwahrscheinlich" wird vorausgesetzt, wo es nicht stimmt (z.B. Summen zweier Würfel).

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Mini-Whiteboard

  1. Datensatz: 2, 3, 3, 4, 18. Mittelwert und Median?

    Lösung: Mittelwert $=6$, Median $=3$

  2. P(„Augensumme 7 bei zwei Würfeln")?

    Lösung: $\tfrac{6}{36}=\tfrac{1}{6}$

  3. Wie ändert sich der Mittelwert von 4, 6, 8, wenn 100 dazukommt?

    Lösung: Von 6 auf 29{,}5 – Ausreißer dominieren.

  4. Zwei Münzen. P(„mindestens einmal Zahl")?

    Lösung: $1-\tfrac{1}{4}=\tfrac{3}{4}$

Klasse 9–10

12 Themen

Binomische Formeln

Klasse 8–9

Die drei binomischen Formeln sind *eine* Idee mit drei Vorzeichen-Varianten – Ausmultiplizieren des Spezialfalls $(a\pm b)^2$ und $(a+b)(a-b)$. Wer sie als Liste lernt, vergisst sie. Wer sie hin- und herrichtungsfest übt, erkennt später quadratische Ergänzung und Faktorisierung ohne neues Werkzeug.

Typische Fehlvorstellungen

  • $(a+b)^2 = a^2 + b^2$ – der gemischte Term fehlt.
  • Vorzeichen in der 2. Formel wird falsch gesetzt: $(a-b)^2 = a^2 - 2ab - b^2$.
  • $(a+b)(a-b)$ wird mit $(a+b)^2$ verwechselt.
  • Beim Faktorisieren wird nicht erkannt, dass eine binomische Struktur vorliegt.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. $(3x+4)^2 = ?$

    Lösung: $9x^2+24x+16$

  2. $(5a-2b)^2 = ?$

    Lösung: $25a^2-20ab+4b^2$

  3. $(x+7)(x-7) = ?$

    Lösung: $x^2-49$

  4. Faktorisiere $x^2-10x+25$.

    Lösung: $(x-5)^2$

Lineare Funktionen

Klasse 8

Lineare Funktionen sind der erste Funktionstyp, an dem Schüler die *Bedeutung* von Parametern erleben können. $m$ ist Steigung – ein Verhältnis, keine Strecke. $b$ ist der y-Achsenabschnitt – nicht der x-Wert irgendwo. Wer diese Unterscheidung sauber hat, hat den Übergang zu quadratischen, exponentiellen und trigonometrischen Funktionen schon halb geschafft.

Typische Fehlvorstellungen

  • Steigung wird als „Höhe" statt als Verhältnis $\tfrac{\Delta y}{\Delta x}$ gelesen.
  • y-Achsenabschnitt wird mit dem x-Wert verwechselt („Wo ist $b$ auf der x-Achse?").
  • Eine negative Steigung wird als „die Gerade geht unter 0" missverstanden.
  • Zwei parallele Geraden „müssen den gleichen y-Wert haben" – Steigung wird nicht isoliert.

Aufgabenfolgen

Mini-Whiteboard

  1. Gleichung der Geraden durch $(0,3)$ mit Steigung $-2$?

    Lösung: $y=-2x+3$

  2. Gleichung der Geraden durch $(2,5)$ und $(6,13)$?

    Lösung: $m=2$, $b=1$, also $y=2x+1$

  3. Schnittpunkt von $y=2x-4$ mit der x-Achse?

    Lösung: $(2,0)$

  4. Welche Steigung hat eine Gerade parallel zu $y=-\tfrac{1}{3}x+5$?

    Lösung: $-\tfrac{1}{3}$

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Lineare Gleichungssysteme

Klasse 8–9

Gleichsetzen, Einsetzen, Addieren – drei Werkzeuge, ein Ziel. Welches Verfahren am schnellsten ist, hängt von der *Form* des Systems ab, nicht von Vorlieben. Diese Sicht trägt später bis ins Gauß-Verfahren der Oberstufe.

Typische Fehlvorstellungen

  • Es wird nur ein Verfahren beherrscht, das dann gegen jede Form gestemmt wird.
  • Beim Additionsverfahren wird nur eine Gleichung mit dem Faktor multipliziert (eine Seite vergessen).
  • Wenn $0=0$ herauskommt, wird „keine Lösung" statt „unendlich viele" notiert.
  • Lösungspaare werden als zwei einzelne Lösungen behandelt, nicht als geometrischer Schnittpunkt.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Löse: $\begin{cases} x+y=10 \\ x-y=4 \end{cases}$

    Lösung: $x=7,\ y=3$

  2. Löse: $\begin{cases} 2x+3y=12 \\ x=2y-1 \end{cases}$

    Lösung: $y=2,\ x=3$

  3. Was bedeutet $0=5$ als Endzeile?

    Lösung: Keine Lösung – Geraden sind parallel.

  4. Was bedeutet $0=0$ als Endzeile?

    Lösung: Unendlich viele Lösungen – identische Geraden.

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Termumformungen – Bruchterme

Klasse 8–9

Bruchterme sind Brüche mit Variablen – die Regeln sind die gleichen wie bei Zahlenbrüchen, aber die Versuchung, *Summanden* statt *Faktoren* zu kürzen, ist hier am größten. Definitionsbereich wird oft vergessen, bis er später bei Bruchgleichungen zu Scheinlösungen führt.

Typische Fehlvorstellungen

  • „Aus Differenzen kürzen die Dummen": $\tfrac{x+3}{x+5}$ wird zu $\tfrac{3}{5}$ gekürzt.
  • Der Definitionsbereich wird nicht bestimmt.
  • Beim Addieren wird kein gemeinsamer Nenner gebildet.
  • Bruchterme werden mit Bruchgleichungen verwechselt – „über Kreuz multiplizieren" überall.

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Mini-Whiteboard

  1. Kürze $\tfrac{2x+6}{4}$.

    Lösung: $\tfrac{x+3}{2}$

  2. Darf $\tfrac{x+5}{x+3}$ zu $\tfrac{5}{3}$ gekürzt werden?

    Lösung: Nein – Summe, kein Faktor.

  3. Bestimme den Definitionsbereich von $\tfrac{1}{x-4}$.

    Lösung: $x\neq 4$

  4. Berechne $\tfrac{1}{x}+\tfrac{1}{x+1}$.

    Lösung: $\tfrac{2x+1}{x(x+1)}$

Wurzelrechnung

Klasse 8–9

Die Quadratwurzel ist eine Umkehrung – aber eine *eindeutige* Umkehrung: $\sqrt{a}$ ist die *nichtnegative* Zahl, deren Quadrat $a$ ist. Wer das nicht sauber hat, addiert Wurzeln summanden­weise und löst $x^2=9$ nur mit $x=3$.

Typische Fehlvorstellungen

  • $\sqrt{a+b}=\sqrt{a}+\sqrt{b}$.
  • $\sqrt{a^2}=a$ – ohne Betragszeichen.
  • $x^2=9$ hat nur die Lösung $x=3$ (die negative wird vergessen).
  • $\sqrt{a}$ ist „irgendwie negativ möglich" – das Wurzelsymbol ist *immer* nichtnegativ.

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Diagnose-Quizzes

Mini-Whiteboard

  1. $\sqrt{72}$ als einfacher Wurzelausdruck?

    Lösung: $\sqrt{36\cdot 2}=6\sqrt{2}$

  2. Stimmt $\sqrt{9+16}=\sqrt{9}+\sqrt{16}$?

    Lösung: Nein: $\sqrt{25}=5\neq 3+4=7$.

  3. Löse $x^2=49$.

    Lösung: $x=7$ oder $x=-7$

  4. $\sqrt{50}-\sqrt{18}=?$

    Lösung: $5\sqrt{2}-3\sqrt{2}=2\sqrt{2}$

Bruchgleichungen

Klasse 9

Bruchgleichungen sind der erste Ort, an dem der Definitionsbereich beißt: Eine Lösung, die den Nenner null macht, ist *keine* Lösung. Schüler, die nur „über Kreuz multiplizieren" lernen, übersehen Scheinlösungen verlässlich.

Typische Fehlvorstellungen

  • Definitionsbereich wird nicht angegeben.
  • Nach dem Multiplizieren wird die Probe weggelassen – Scheinlösungen bleiben stehen.
  • Beim Hauptnenner wird ein Faktor vergessen.
  • $\tfrac{1}{x}=0$ wird mit $x=0$ „gelöst" statt „keine Lösung".

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Mini-Whiteboard

  1. Definitionsbereich von $\tfrac{x+1}{x-2}=3$?

    Lösung: $x\neq 2$

  2. Löse $\tfrac{1}{x}=\tfrac{2}{x+3}$.

    Lösung: $x+3=2x \Rightarrow x=3$

  3. Warum ist $x=2$ bei $\tfrac{1}{x-2}=4$ keine Lösung?

    Lösung: $x=2$ ist nicht im Definitionsbereich.

  4. Löse $\tfrac{x}{x-1}=2$.

    Lösung: $x=2(x-1)$, $x=2$

Quadratische Gleichungen

Klasse 9–10

Quadratische Gleichungen sind nicht *ein* Werkzeug, sondern eine kleine Werkstatt: Satz vom Nullprodukt, quadratische Ergänzung, p-q- bzw. abc-Formel. Welche Methode am schnellsten ans Ziel kommt, hängt von der *Form* der Gleichung ab.

Typische Fehlvorstellungen

  • Bei $x^2-9=0$ wird sofort die p-q-Formel angesetzt, obwohl Faktorisierung schneller wäre.
  • Satz vom Nullprodukt wird angewendet, *ohne* dass tatsächlich ein Produkt $=0$ vorliegt.
  • Bei $x^2=16$ wird nur $x=4$ angegeben.
  • Quadratische Gleichungen ohne reelle Lösungen werden als „Fehler" gelesen statt als Information.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Löse $x^2-7x=0$.

    Lösung: $x(x-7)=0$, also $x=0$ oder $x=7$

  2. Löse $x^2+4x-12=0$.

    Lösung: p-q oder Faktorisierung: $x=2$ oder $x=-6$

  3. Löse $(x-3)(x+5)=0$.

    Lösung: $x=3$ oder $x=-5$

  4. Wie viele Lösungen hat $x^2+1=0$?

    Lösung: Keine reelle Lösung.

Quadratische Funktionen

Klasse 9–10

Scheitelpunktform und Normalform sind keine zwei *Funktionen*, sondern zwei *Darstellungen* derselben Funktion. Die eine macht den Scheitelpunkt sichtbar, die andere die Nullstellen. Wer das hin- und herwechseln kann, hat den Schlüssel für Steckbriefaufgaben in der Oberstufe.

Typische Fehlvorstellungen

  • $f(x)=(x-3)^2$ habe den Scheitel bei $x=-3$ – Vorzeichenfehler bei der Form.
  • Streckungsfaktor $a$ wird mit y-Verschiebung verwechselt.
  • Beim Übergang Normalform → Scheitelpunktform wird die quadratische Ergänzung halb gemacht.
  • „Eine quadratische Funktion *muss* zwei Nullstellen haben."

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Scheitelpunkt von $f(x)=(x-2)^2+5$?

    Lösung: $S(2|5)$

  2. Bringe $f(x)=x^2-6x+5$ in Scheitelpunktform.

    Lösung: $(x-3)^2-4$

  3. Wie viele Nullstellen hat $f(x)=(x-1)^2+3$?

    Lösung: Keine reellen Nullstellen.

  4. Streckungsfaktor und Scheitel von $f(x)=-2(x+1)^2-4$?

    Lösung: $a=-2$, $S(-1|-4)$, nach unten geöffnet

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Pythagoras

Klasse 9–10

Der Satz des Pythagoras ist algebraisch trivial – die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht in $a^2+b^2=c^2$, sondern im *Erkennen* eines rechtwinkligen Dreiecks in einer Figur. Wer Hypotenuse und Katheten zuverlässig identifiziert, kann den Satz auf Diagonalen, Höhen und Abstände anwenden.

Typische Fehlvorstellungen

  • $a^2+b^2=c^2$ wird auch für nicht-rechtwinklige Dreiecke verwendet.
  • Die Hypotenuse wird mit einer Kathete verwechselt – $a^2-c^2$ statt $c^2-a^2$.
  • Die Hypotenuse ist „die längste Seite, also rechne ich immer $a^2+b^2$" – auch wenn sie schon gegeben ist.
  • Begriffe aus der Trigonometrie (Ankathete/Gegenkathete) werden mit Pythagoras vermischt.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Hypotenuse bei Katheten $a=6,\ b=8$?

    Lösung: $c=\sqrt{36+64}=10$

  2. Kathete bei $c=13,\ a=5$?

    Lösung: $b=\sqrt{169-25}=12$

  3. Diagonale eines Rechtecks mit Seiten $6$ und $8$?

    Lösung: $d=\sqrt{36+64}=10$

  4. Abstand der Punkte $A(0\mid 0)$ und $B(3\mid 4)$?

    Lösung: $d=\sqrt{9+16}=5$

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Strahlensätze

Klasse 9–10

Strahlensätze sind die figürliche Form der *Ähnlichkeit*: Wenn zwei Strahlen von einem Scheitel $Z$ ausgehen und durch zwei Parallelen geschnitten werden, sind die entstehenden Streckenverhältnisse identisch. V- und X-Figur sind zwei Anwendungsformen *einer* Idee – nicht zwei Sätze.

Typische Fehlvorstellungen

  • Strecken auf demselben Strahl werden ins Verhältnis gesetzt (statt entsprechende Strecken auf den zwei Strahlen).
  • V- und X-Figur werden als zwei separate Sätze gelernt, nicht als *eine* Konfiguration.
  • Die Voraussetzung „parallele Schnittgeraden" wird übergangen.
  • Bei der V-Figur wird addiert, bei der X-Figur subtrahiert (Mythos).

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Welche Strecken müssen parallel sein, damit der Strahlensatz gilt?

    Lösung: Die Strecken zwischen den zwei Strahlen.

  2. Verhältnis bei V-Figur: $\tfrac{SA}{SA'}=?$

    Lösung: $\tfrac{SA}{SA'}=\tfrac{SB}{SB'}=\tfrac{AB}{A'B'}$

  3. V-Figur: $ZA=4$, $ZA'=12$, $ZB=5$. Wie groß ist $ZB'$?

    Lösung: $\tfrac{4}{12}=\tfrac{5}{ZB'}\Rightarrow ZB'=15$

  4. Stange $1{,}5\,\text{m}$ wirft $2\,\text{m}$ Schatten. Baum wirft $14\,\text{m}$ Schatten. Wie hoch ist der Baum?

    Lösung: $\tfrac{1{,}5}{2}=\tfrac{h}{14}\Rightarrow h=10{,}5\,\text{m}$

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Kreisgeometrie

Klasse 9–10

Kreis und $\pi$ machen Schülern oft mehr Mühe als nötig: Radius und Durchmesser werden vertauscht, $U$ und $A$ verwechselt, der Sektoranteil $\tfrac{\alpha}{360^\circ}$ wird vergessen. Wer die Bedeutung von $r$, $d$, $U=2\pi r$ und $A=\pi r^2$ klar trennt, kommt mit den Standardaufgaben zuverlässig zurecht.

Typische Fehlvorstellungen

  • Radius und Durchmesser werden verwechselt – $U=\pi d$ wird mit $r$ statt mit $d$ benutzt.
  • $A=\pi r^2$ wird mit $A=\pi d$ verwechselt (lineare statt quadratische Skalierung).
  • Beim Sektor wird der Anteil $\tfrac{\alpha}{360^\circ}$ vergessen.
  • Tangente und Sekante werden gleichgesetzt – die Tangente berührt den Kreis nur in *einem* Punkt.

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. Radius $r=5\,\text{cm}$. Durchmesser $d=?$

    Lösung: $d=2r=10\,\text{cm}$

  2. Umfang eines Kreises mit $r=4\,\text{cm}$?

    Lösung: $U=2\pi r=8\pi\,\text{cm}\approx 25{,}1\,\text{cm}$

  3. Flächeninhalt eines Kreises mit $r=6\,\text{cm}$?

    Lösung: $A=\pi r^2=36\pi\,\text{cm}^2\approx 113{,}1\,\text{cm}^2$

  4. Welcher Winkel liegt zwischen Radius und Tangente im Berührpunkt?

    Lösung: Genau $90^\circ$ – Radius und Tangente stehen senkrecht aufeinander.

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Trigonometrie

Klasse 9–10

Sinus, Kosinus und Tangens sind erstmal *Verhältnisse* im rechtwinkligen Dreieck – nicht Tasten am Taschenrechner. Wer „Gegen-/Ankathete/Hypotenuse" als Beziehungen sieht, kann Aufgaben aufstellen. Wer sie als Vokabel lernt, vergisst die Zuordnung.

Typische Fehlvorstellungen

  • Gegenkathete und Ankathete werden vertauscht (Bezugswinkel nicht beachtet).
  • $\sin^{-1}$ wird mit $\tfrac{1}{\sin}$ verwechselt.
  • Bei einem Winkel über 90° wird die Definition aus dem rechtwinkligen Dreieck angewendet.
  • Sinussatz und Pythagoras werden ohne Bedingung eingesetzt.

Aufgabenfolgen

Noch keine Aufgabenfolge – kommt.

Mini-Whiteboard

  1. Im rechtwinkligen Dreieck: Gegenkathete $=3$, Hypotenuse $=5$. $\sin(\alpha)=?$

    Lösung: $\sin(\alpha)=\tfrac{3}{5}=0{,}6$

  2. $\tan(45°)=?$

    Lösung: $1$

  3. Bezugswinkel $\alpha=30°$, Hypotenuse $=10$. Gegenkathete?

    Lösung: $10\cdot\sin 30°=5$

  4. Welche Beziehung gilt zwischen $\sin^2\alpha$ und $\cos^2\alpha$?

    Lösung: $\sin^2\alpha+\cos^2\alpha=1$

Oberstufe

2 Themen

Exponentialfunktionen

Klasse 10 / Einführungsphase

Exponentielles Wachstum ist *multiplikatives* Wachstum: Jeder Zeitschritt multipliziert mit demselben Faktor $q$. Wer $q$ aus der Prozentrechnung als Vermehrungsfaktor kennt, hat exponentielles Wachstum eigentlich schon gesehen – nur ohne Variable im Exponenten.

Typische Fehlvorstellungen

  • Exponentielles Wachstum wird mit linearem Wachstum verwechselt („pro Schritt das Gleiche dazu").
  • Wachstum und Zerfall werden als verschiedene Funktionen gelernt – statt als $q>1$ vs. $0<q<1$.
  • $a\cdot q^t$ und $a\cdot t^q$ werden verwechselt.
  • Halbwertszeit/Verdopplungszeit wird mit „Halbierung pro Schritt" gleichgesetzt.

Mini-Whiteboard

  1. $f(t)=200\cdot 1{,}05^t$. Wachstum oder Zerfall? Pro Schritt?

    Lösung: Wachstum, +5 % pro Schritt.

  2. $f(t)=80\cdot 0{,}9^t$. Anfangswert und Faktor?

    Lösung: $a=80$, $q=0{,}9$ (10 % Zerfall pro Schritt).

  3. Verdopplungszeit für $q=1{,}1$? Schätzung.

    Lösung: $\approx \tfrac{70}{10}=7$ Schritte (Faustregel).

  4. Wann ist $f(t)=100\cdot 2^t = 800$?

    Lösung: $2^t=8 \Rightarrow t=3$

Logarithmen

Klasse 10 / Einführungsphase

Der Logarithmus ist die Antwort auf die Frage: *Mit welcher Hochzahl?* Wenn man ihn so liest, sind die Logarithmusgesetze die Potenzgesetze – nur in Spiegelschrift. Die Basis ist am Ende egal, weil sich jede Basis durch jede andere ausdrücken lässt.

Typische Fehlvorstellungen

  • $\log(a+b)=\log a + \log b$.
  • $\log_a b$ wird mit $\tfrac{a}{b}$ verwechselt.
  • $\ln$ und $\log$ werden als unverbunden empfunden – $\ln 10 \cdot \log_{10} x = \ln x$ wird nicht gesehen.
  • $\log(0)$ wird mit $0$ verwechselt.

Aufgabenfolgen

Diagnose-Quizzes

Noch keine Diagnose-Fragen – kommen.

Mini-Whiteboard

  1. $\log_2 32 = ?$

    Lösung: $5$

  2. $\log_{10}(1000) - \log_{10}(10) = ?$

    Lösung: $3-1=2$

  3. Löse $2^x = 50$ nach $x$ auf.

    Lösung: $x=\log_2 50 = \tfrac{\ln 50}{\ln 2}\approx 5{,}64$

  4. $\log_a 1 = ?$

    Lösung: $0$ (für $a>0$, $a\neq 1$)